...In zweiter Linie war der Grund, anderen gefallen zu wollen, nicht im Sinne von: Boa, ist die schön! Sondern, boa, ist das ein toller Mensch….und auch noch hübsch dazu! Diesen Menschen muss man einfach gern haben!

Tja, Pustekuchen. Allein aufs Äußere beschränkt und mir Vielem noch lange nicht bewusst, vergaß ich, dass da noch ein entspanntes Lächeln dazu gehört, eine Souveränität, eine charismatische Ausstrahlung von innen, die mir damals noch gefehlt hat.

Und so war ich genau so frustriert, wie immer. Die anderen waren alle blöd. Und die, die sich von mir distanzierten, waren einfach nur neidisch! Hahaha!

Warum schreibe ich das überhaupt? Mir fiel dieses Thema ein, während ich hier sitze, an einem ruhigen ungenutzten Parkplatz mit Blick auf einen kleinen Park mit großen Eukalyptus- und Akazienbäumen. Das Meer, zwei Gehminuten entfernt, schimmert blau hindurch und ab und an gehen Spaziergänger oder Jogger hier vorbei über eine Holzbrücke, die über ein fast zugewachsenes ehemaliges Bachbett führt.

Als eine junge Frau dunkler Hautfarbe sich der Holzbrücke nähert, sitze ich auf meinem Stuhl mit Blick in ihre Richtung. Mein Kopf überlegt kurz: Soll ich einfach zur Seite schauen oder soll ich sie direkt anschauen, wenn sie über die Brücke kommt. Meine Haare sind noch feucht, ich bin völlig ungeschminkt und mein Herz entscheidet: Lächle sie an, wenn sie vorbei kommt.

Das tute ich. Und die junge Dame sieht mein Lächeln und erwidert es mit ihrem Lächeln. Ich nicke freundlich mit meinem Kopf und freue mich über diese kurze freundliche Begegnung.

Und da wird mir klar, wie sehr genau das zählt.

Ohne Kopfgedanken, wie: Das sind Fremde, die brauche ich nicht grüßen.

Oder: Oh, ich bin nicht gestylt, ich mache mich lieber unsichtbar.

Oder: Ach, was nützt denn mein Lächeln. Sie könnte das missverstehen oder gar nicht wertschätzen.

Oder: Mensch, hier sollen keine Leute vorbei kommen und mich sehen. Ich will nicht, dass mich jemand anschaut. Die Leute sollen woanders hin gucken.